Mitochondriale Medizin

Was sind Mitrochondrien?
Die Mitochondrien waren die ersten Bakterien auf der Erde, die mit Sauerstoff umgehen konnten. Im Lauf der Entwicklung sind sie durch Endosymbiose in die Zellen eingewandert, und sie bilden mit dem Energiestoff ATP (Adenosintriphosphat) die Energie, die die Zelle für ihre Arbeit braucht. Die Mitochondrien sind sehr zahlreich. Gehirn- und Muskelzellen haben etwa 1600 bis 2000, die Eizelle der Frau sogar 100 000 Mitochondrien. Deshalb ist es wichtig, dass junge Frauen ihre Mitochondrien schützen, also zum Beispiel nicht rauchen.

Wie ist der Stand der Mitrochondrialen Medizin?
Es gibt in der Mitrochondrialen Medizin erst wenige Medikamente sondern meist so genannte mitotrope Substanzen. Das sind jenen Subtanzen, die im Laufe von Millionen von Jahren für die Arbeit der Mitochondrien, also für die Energiebildung, notwendig waren. Im Zentrum der miotropen Substanzen stehen das Coenzym Q10, aber auch die Vitamine B2, B3 und Magnesium. Die Herstellung von Derivaten dieser Substanzen ist bis jetzt gescheitert. Die Diagnostik ist ebenfalls noch schwach entwickelt. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass durch miotrope Substanzen die Symtomatik vieler Krankheiten, beispielsweise bei Parkinson, verbessert werden kann. D.h. wir behandeln nicht bestimmte Organe sondern einfach Mitochondrien, und die sind in allen Organen sehr ähnlich.

Wie kann man Mitrochondriopathien vermeiden?
Man sollte Umweltgifte meiden. Auch gewisse Medikamente können Schäden verursachen. Alles beginnt mit der Prävention, weshalb die Eltern und die Ärzte aufgeklärt werden müssen. Wenn sechzig bis achtzig Prozent der Mitochondrien in einer Zelle nicht mehr funktionsfähig sind, entstehen immer mehr freie Radikale. Der Parkinson-Patient beispielsweise hat zu wenig Q10. Hauptfeind sind Entzündungen. Wenn das Immunsystem zu lange aktiviert ist, gehen die Mitochondrien zugrunde. Auch der Zahnarzt spielt eine große Rolle für die Mitochondriale Medizin, weil wir über das Zahnfleisch viele Infekte und Entzündungen in den Körper bekommen. Wichtig ist es, dass man die Mitochondrien wieder dazu bringt, Sauerstoff aufzunehmen und zu atmen. Die einfachste Methode ist Bewegung. Der Krebskranke etwa muß sich an der frischen Luft bewegen.

Die Mitochondriale Medizin ist nicht so bekannt. Was ist der Grund dafür und wie schätzen Sie die kommende Entwicklung ein?
Der Grund sind die mitotropen Subsanzen. Das sind Natusstoffe, die nicht patentierbar sind. Die Pharmaindustrie hat daher nur wenig Interesse an diesen Substanzen. Außerdem wird das Thema unter den Teppich gekehrt. Wenn Sie einem Arzt sagen, Sie nehmen Q10, sagt er, gehen Sie lieber in einen Bonbonladen und kaufen sich ein Stück Schokolade. Die deutsche Ärzteschaft meinte kürzlich wieder, dass die Wirkung von mitotropen Substanzen nicht bewiesen ist. Die Zukunft sehe ich dennoch riesig, denn wir sparen vierzig bis sechzig Prozent der gesamten Krankheitskosten auf diese Weise ein. Wir behandeln nämlich nicht das Herz, die Niere, das Gehirn, wir behandeln einfach die Mitochondrien, und die sind weitestgehend gleich. Die Mitochondriale Medizin muß daher unterstützt werden, die Diagnostik muß vorangetrieben werden. Wenn die Krankenkassen das Sparpotenzial erkennen, wird das einer Revolution gleichkommen. In Wien konzentriert sich zum Beispiel das KFS unter der Leitung von Dr. Charlotte Philipp  und die Metabolic-Screen-Center von Mag. Rudolf Fischer auf dieses wichtige sozioökonomische Thema.